Reibahle

Präzisionswerkzeug zur Schlichtbearbeitung vorgefertigter Bohrungen, um Maßtoleranzen (H6, H7, H8) und eine kontrollierte Oberflächengüte zu gewährleisten.

Eine Reibahle (englisch: reamer; italienisch: alesatore) ist ein Werkzeug, das dazu dient, ein geringes Aufmaß aus einer bereits gebohrten Bohrung zu entfernen, um diese innerhalb präziser dimensionaler und geometrischer Toleranzen fertigzustellen. Sie ersetzt nicht den Bohrer, sondern wird nach diesem eingesetzt.

Funktionsweise

Die Reibahle entfernt zwischen 0,1 und 0,5 mm im Durchmesser in einem einzigen Durchgang. Die Mehrschneidigkeit verteilt die Schnittkraft und stabilisiert den Schnitt, wodurch Bohrungen mit einer Zylindrizität im Bereich weniger Mikrometer entstehen.

Typen

  • Vollwerkzeug (Monoblock): Körper und Schneiden aus VHM (Vollhartmetall) oder HSS. Die Lebensdauer wird durch den Verschleiß der ersten Schneide bestimmt.
  • Modular mit Wechselkopf: Wiederverwendbarer Grundkörper, austauschbare Schneidplatte (Hanna HR® Familie).
  • Gelötete Ausführung: Aufgelötete Schneiden, der Körper kann mehrfach nachgeschliffen werden.

Wann eine modulare Reibahle eingesetzt wird

In der Serienfertigung, wenn der Hartmetallverbrauch die Bauteilkosten stark beeinflusst, ist die modulare Reibahle die einzige Architektur, die H7-Toleranzen mit einer erheblichen Einsparung von Wolfram und Kobalt kombiniert.

Perguntas frequentes

Was ist der Unterschied zwischen Reibahle und Senker (Escariador)?
In Brasilien werden diese Begriffe oft synonym verwendet. 'Escariador' ist der traditionelle Begriff; 'Alargador' ist die moderne technische Bezeichnung. Im Englischen werden beide als 'reamer' bezeichnet.
Lohnt sich eine modulare Reibahle bei Kleinserien?
Ab ca. 500 Teilen pro Jahr und Durchmesser amortisiert sich das modulare System bereits, da nur die Schneidplatte statt des gesamten Werkzeugs gewechselt werden muss.